Arbeitsgruppe Biomaterialbanken (AG BMB)

Infrastruktur und Rahmenbedingungen für Biobanken

Bio(material)banken spielen eine zentrale Rolle in der modernen biomedizinischen Forschung. Sie bilden eine Grundlage für die Aufklärung von Krankheitsursachen und -verläufen auf molekularer Ebene und ermöglichen damit die Entwicklung neuer Therapien. Die Arbeitsgruppe Biomaterialbanken (AG BMB) hat sich zur Aufgabe gesetzt, für die Forscher Rechtssicherheit zu schaffen und die langfristige Nutzung von Biobanken zu ermöglichen, indem sie sich um Fragen der Infrastruktur und um die Rahmenbedingungen für den Aufbau und den Betrieb von Biobanken kümmert.


   
   

Mitglieder der Arbeitsgruppe sind Forscher unterschiedlicher Disziplinen, die Biobanken aufbauen und betreiben bzw. Biomaterialien für ihre Forschung nutzen.

Die Arbeitsgruppe begleitet das Deutsche Biobanken-Register, das von der TMF betrieben wird, und hat sich in die Konzeption des jährlichen Nationalen Biobanken-Symposiums eingebracht, das sich als die zentrale Biobanken-Veranstaltung in Deutschland im Veranstaltungskalender etabliert hat.

Seit 2008 ist die Arbeitsgruppe Biomaterialbanken der TMF die deutsche Spiegelgruppe für die europäische Biobanken-Infrastruktur BBMRI. Sie ist - auf Basis eines Kooperationsvertrages - das Abstimmungsgremium der deutschen Biobanken-Community für den Nationalen Biobanken-Knoten (GBN). Die Arbeitsgruppe ist deshalb auch für Teilnehmer offen, die nicht einem TMF-Mitgliedsverbund angehören.  

Bereits seit 2004 ist die TMF im Bereich Biobanken aktiv und hat die Ergebnisse größtenteils in ihrer Schriftenreihe veröffentlicht und sie an die Biobanken-Verantwortlichen in den Forschungseinrichtungen vermittelt – so beispielsweise auch die 2010 in einer internationalen Zeitschrift publizierte Klärung rechtlicher Rahmenbedingungen für den EU-weiten Austausch von Biomaterialien.

Die Arbeitsgruppe Biomaterialbanken arbeitet eng mit anderen Arbeitsgruppen der TMF zusammen, insbesondere mit den AGs Datenschutz und IT-Infrastruktur und Qualitätsmanagement, aber auch mit der AG Management klinischer Studien oder der AG Wissenschaftskommunikation.

Die zentralisierten Biobanken (cBMB), die im Rahmen der Nationalen Biobanken-Initiative vom BMBF seit 2011 gefördert werden, nutzen die Arbeitsgruppe intensiv für ihre Abstimmung untereinander. Sie treffen sich regelmäßig am Rande der Arbeitsgruppensitzungen und diskutierten dabei beispielsweise über die Beschaffung von Systemen für die automatische Verarbeitung von Proben und Daten. Sie berichten über ihre Diskussionen regelmäßig auch in der Arbeitsgrupppe und tauschen so die Erfahrungen mit den Vertretern anderer Biobanken aus.

Auch die Konzepte der Biobanken in mehreren Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG) wurden bereits in der Arbeitsgruppe vorgestellt und diskutiert.

Highlights der Arbeitsgruppe sind die Vor-Ort-Besuche von Biobanken im In- und Ausland, die im Juli 2012 beispielsweise nach Manchester zur UK Biobank sowie im November 2012 nach Kiel zum Popgen 2.0 Netzwerk führten. Im Juli 2013 besichtigte die Arbeitsgruppe die Biobanken und deCode Genetics in Island und tauschte sich mit den Betreibern und Forschern vor Ort aus. Für August 2015 ist ein Besuch von Biobanken in Finnland geplant.

  

  1. Infoblatt zur AG BMB [pdf]
      

Biobanken-Besuche der AG seit 2008

  1. Fraunhofer IBMT, Sulzbach (04/2008)
  2. DSMZ, Braunschweig (11/2008)
  3. Biobank Graz (08/2009)
  4. Universitätsklinikum Jena, SeptNet-Biobank (06/2010)
  5. University of Tartu, Biobank Estland (09/2010)
  6. Integrated Biobank Luxembourg (05/2011)
  7. Biobank Roche Diagnostics, Penzberg (08/2011)
  8. Karolinska Institutet Biobank, Stockholm (10/2011)
  9. UK Biobank, Manchester (07/2012) 
  10. PopGen, Kiel (11/2012)
  11. Hospital Reykjavik-Biobanken und deCode Genetics (07/2013)
  12. National Institute for Health and Welfare, Helsinki (08/2015)